Der NEST-Ansatz (N-Emissions-Standort-Typen) ist eine Methode mit der der Stickstoffaustrag aus einem Moor anhand der Vegetation abgeschätzt werden kann. Der Stickstoffaustrag einer Fläche wird anhand von Faustzahlen für unterschiedliche Vegetationstypen auf der Basis einer Vegetationskartierung geschätzt. Die Einschätzung aufgrund von Faustzahlen erfordert einen geringen Daten- und Zeitbedarf, dürfte den tatsächlichen Einfluss der Vernässung auf den Stickstoffrückhalt jedoch weit unterschätzen und ist damit sehr konservativ.

WETTRANS ist ein datenbankgestütztes Verfahren zur Bestimmung des Stickstoffrückhaltes in Niedermooren. Das Verfahren beruht auf dem Pfad-Konzept, mit dem die mit unterschiedlichen Abflusspfaden transportierten Stoffe in Niedermooren dargestellt werden können. Mit WETTRANS können die hydrologische Landschaftsanbindung und weitere standortspezifische, interne Prozesse berücksichtigt werden. Dadurch können zum Teil bedeutend höhere Retentionsraten als mit dem NEST-Verfahren ermittelt werden, weil die Nutzung des in wiedervernässten Gebieten erhöhten Denitrifikationspotenzials stark durch die zufließende Nitratfracht bestimmt wird. Im Vergleich zum NEST-Ansatz ist der Datenbedarf für WETTRANS etwas umfangreicher.

Quellen, zum Weiterlesen:

  • Joosten, H.; Brust, K.; Couwenberg, J.; Gerner, A.; Holsten, B.; Permien, T.; Schäfer, A.; Tanneberger, F.; Trepel, M.; Wahren, A. (2013): MoorFutures®. Integration von weiteren Ökosystemdienstleistungen einschließlich Biodiversität in Kohlenstoffzertifikate – Standard, Methodologie und Übertragbarkeit in andere Regionen. BfN-Skript 350. Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg.
  • Trepel, M. (2004): Vorschläge zur Beurteilung der redoxabhängigen Phosphorfreisetzung durch die Vernässung von Niedermoorböden. Gutachten im Auftrag des Landesamts für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein, Abt. Gewässer, Kiel.